Die früheste Erwähnung einer Kirche in Wieck stammt aus dem 13. Jahrhundert. Von dem ältesten Gotteshaus ist nur noch wenig bekannt. Es stand, anders als heute, im Zentrum von Wieck. Die neoromanische Kirche ersetzte am Ende des 19. Jahrhunderts einen Fachwerkbau wohl aus dem 16/ 17. Jahrhundert. Sie geht auf einen Entwurf von Friedrich Adler zurück, der zur „Generation der Enkelschüler von Friedrich Schinkel“ zählt. Seit 1996 wird die Kirche nach und nach saniert.
1248 Das Dorf Wieck wird erstmals in den Schriftquellen genannt. Es ist im Besitz des Zisterzienser-Klosters Eldena. 1285 Erste schriftliche Erwähnung einer Kirche in Wieck 1535 Im Zuge der Reformation wird das Kloster Teil des herzoglichen Amtes Eldena. 1630 Wieck und Ladebow werden mit dem Kirchspiel Weitenhagen verbunden. 1633 Erneute Erwähnung einer „Capelle zur Wyke“, die vermutlich infolge der Kriegshandlungen zerstört wurde. Ein Neubau wird wohl noch im 17.Jhdt. begonnen worden sein. 1634 Pommernherzog Bogislaw XIV. schenkt der Universität Greifswald das Amt Eldena und damit das Patronat der Wiecker Kirche. 1748 Die Kirche wird in der Matrikel als ein Bau, der „an Dach und Fach, Fenstern und Thüren, auch am Thurm... in gutem Stande... ist“ aufgeführt. 1822 Pastor Christian Winrich beschreibt die Kirche als „...ein längliches von Fachwerk erbautes Gebäude, hat inwendig eine bretterne Decke und einen Thurm, der unter meiner Amtsführung 1790 neu gebaut ist.“ 1839 Die alte Kirche bietet vor allem im Winter, wenn die ansonsten zur See abwesenden Männer zu Hause sind, nicht mehr genügend Raum. Man denkt über einen Umbau des Gebäudes, das „von ziemlicher Länge,... aber nur schmal und sehr niedrig“ ist, nach. In einem Gutachten stellt Universitätsbaumeister Carl August Menzel jedoch fest, dass es unzulässig wäre, „bedeutende Summen auf die Vergrößerung eines so schlechten Gebäudes zu verwenden“. Vorerst lässt sich ein Neubau aber aus Kostengründen nicht realisieren. 1852 Wieck, Ladebow und Eldena werden eine selbständige Kirchengemeinde. 1872 Im November kommt es zu einer Jahrhundertsturmflut, bei der zahlreiche Bewohner von Wieck auf dem Dachboden der alten Kirche Zuflucht finden. Die Flut richtet auch an der Kirche Schäden an, deren Behebung große Summen erfordern. Deshalb werden die Verhandlungen über den Neubau vorübergehend wieder eingestellt. 1879 Die Abteilung für das Bauwesen im preußischen Handelsministerium fertigt einen Entwurf für den Kirchenneubau ein. Sie ist von Friedrich Adler, der dem Dezernat für Kirchenbau von 1877 bis 1900 vorstand, und seinem Mitarbeiter Friedrich Schulze unterzeichnet. 1881 – 1883 Unter Pastor Carl Rollenhagen wird die neue Kirche gebaut. Die Bauleitung obliegt Paul Hofmann und Regierungsbauführer Callenberg. Mit der Abnahme der Orgel des Stralsunder Orgelbaumeisters Friedrich Mehmel am 5. Juni 1883 gilt der Bau als vollendet. Am 26. Juni findet die feierliche Einweihung durch Generalsuperintendent Sigismund Jaspis statt. 1904/1913 Bei zwei gewaltigen Sturmfluten erreicht das Wasser den Altarraum. 1935 Die Spitze des Kirchturmes wird um ca 7 m eingekürzt, weil er in der Einflugschneise des in Ladebow errichteten Militärflughafens liegt. 1946 Bis in die 50ziger Jahre hinein wird die Winterkirche gestaltet. Sie ermöglicht Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Christenlehre und Gemeindeveranstaltungen auch bei schlechter Witterung. 1958 Aus Anlass des 75 jährigen Kirchweihjubiläums und zur Wiederkehr des 400. Todestages des pommerschen Reformators wird die Kirche auf Beschluss des Gemeindekirchenrates in „Bugenhagen-Kirche“ umbenannt. Im Volksmund bleibt sie die Wiecker Kirche. 1965 Sicherungsmaßnahmen und Sanierungsmassnahmen an der Kirche werden sukzessive durchgeführt. Dacharbeiten, Innenanstrich u.v.a.m. 1983 Feier des 100 jährigen Kirchweihjubiläums mit Ausstellung, Vorträgen und Gemeindefest. 1996 Beginn der schrittweisen Sanierung 2003 Aufbau einer Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach 2006 Abschluss der Außensanierung
Ausstattung der Wiecker Kirche:
Zur Erstausstattung der Kirche gehören der Unterbau des eichenen Altartisches, die polygonale eichene Kanzel und das achtseitige eichene Taufbecken in Kelchform sowie der Orgelprospekt und das Gemeindebankgestühl mit den besonders gestalteten Wangen. Die Glocke von 1882 aus der Stettiner Gießerei C. Voß & Sohn sowie die Mehmel-Orgel von 1883 wurden eigens für die Wiecker Kirche verfertigt. Die Gipskopie des „Segnenden Christus“ ist schon auf einem Foto vom 19. Jahrhundert zu sehen. Das wesentlich größere Vorbild aus Marmor schuf Bertel Thorvaldsen 1839 für die Kopenhagener Liebfrauenkirche. Ursprünglich war die Wiecker Kirche mit Wandbemalungen versehen. Diese wurden im 20. Jhdt. übertüncht.Der Flügelaltar aus dem frühen 17. Jahrhundert stammt wie das Kirchenschiffsmodell „Barussia“ von 1866 aus der Vorgängerkirche und wurde 1949 restauriert, um an Stelle eines Altars der Erbauungszeit aufgestellt zu werden.
Schiffsmodelle in der Wiecker Kirche:
Sie erinnern daran, dass über Jahrhunderte die Seefahrt das prägende Element und die wichtigste Form des Broterwerbes vor allem in Wieck darstellte. Der vollschiffgetakelte RADDAMPFER BARUSSIA wurde vom Oberpolier der Greifswalder Schiffszimmermannsleute H. Will im Jahre 1865 erbaut und der Kirchengemeinde geschenkt, „zum sichtbaren Erinnerungszeichen, dass des Christen Beruf auf dem Meere, so ganz besonders unter dem Schutze Gottes wie unter den Erhörungsgebeten der Gemeinde stehe.“ Das ZEESBOOT erbaute Gerhard Dallmann (Pastor in der Wieck von 1965 bis 1987) und überreichte es der Kirchengemeinde zum Erntedankfest 2000 als Zeichen der Verbundenheit und Dankbarkeit. Die Schiffsmodelle sind keine „Votivschiffe“. Auch für die Wiecker Modelle gilt, dass im nordeuropäischen Kulturraum Kirchenschiffsmodelle keine Gaben sind, die aufgrund eines Gelübdes in Seenot gestiftet worden wären. Die hier ausgestellten Schiffsmodelle erinnern an große Epochen der Wiecker Seefahrt: Einmal die Zeit der Vollschiffe und Segelschiffe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals entstanden in Wieck die „Kapitänshäuser“. Zum anderen an die Zeit der Zeesfischerei, welche ihren Höhepunkt zwischen 1850 und 1939 gehabt haben dürfte. Sonntäglich bittet mit der „Wiecker Fürbitte“ die versammelte Gemeinde für die Menschen unterwegs,besonders für die Seeleute, die Segler,die Lotsen und die Fischer. So bleiben die Schiffsmodelle Merkzeichen, die auch im Gottesdienst einbezogen sind